RUSNOK, Georg

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Der Familienname RUSNOK ist mehrfach genannt. Übersicht siehe Rusnok (Familienname).


Pastor Georg Rusnok
Signum in Deutsch
Signum in Polnisch
Denkmal Karviná 1894

auch Jerzy Rusnok (poln.) genannt.
* 9.3.1867 in Oldrzychowitz[1] (Oldřichovice), Teschen, Schlesien / † 23.9.1941 in Santa Maria, Encarnación, Itapúa, Paraguay[2]
Sohn von Paul RUSNOK[3] und Eva LIBERDA[1][4][5]

Zur Person

Theologie-Studium in Wien.[6][7]
1891-1894 Vikar in Cieszyn (Teschen) in Österreich-Ungarn.[6] Nach dem tragischen Bergwerksunglück in Karviná am 14.6.1894, wo 235 Bergleute starben, leitete Pastor Rusnok die Trauerfeier. Von dem Unfall zeugt heute noch das Denkmal in Karviná.[8]
1894-1907 Pastor in Orlowo und 1907-1909 in Ernsdorf-Jaworze[6]
Ab November 1909 war Pastor Rusnok in Brasilien tätig.[8]

Am 17.12.1911 bewirbt er sich für die Pastorenstelle in der ev. Gemeinde Skoczów (Skotschau) in Österreich-Ungarn[9] und am 11.2.1912 wird er mit einer großen Mehrheit in sein neues Amt gewählt.[10] Jedoch resignierte er nach sehr kurzer Zeit und verließ die Gemeinde am 29.2.1912.[11] Anschließend war er bis 1920 in Cieszyn (Teschen) tätig.[8]

1921-1924 betreut Pastor Rusnok die ev.-luth. Kirchspiele in Rowno und Tutschin.[12][13] Er hatte einen schweren Start. Dem 1. Weltkrieg folgte der polnisch-sowjetische Krieg. Mit dem Frieden von Riga am 18.3.1921 wurde Wolhynien geteilt und diese Region gehörte jetzt zu Polen.

1924 ging Pastor Rusnok nach Paraguay.[14][7] Kneifel[6] zitiert aus dem Friedensboten 1924:[15]

"... Seine körperlichen Leiden - eine Folge der vielen schonungs-
losen Strapazen - und die Unannehmlichkeiten seitens der 'falschen
Brüder', wie er die wolhynischen Fußwascher nannte, gegen die
entschieden aufzutreten nicht seinem Wesen entsprach, bewogen
ihn, Tuczyn zu verlassen."


Zwei Jahre später berichteten ehemalige Gemeindemitglieder über ihn aus Paraguay:[16]

"... Bei unserem Pastor Rusnok kamen wir schlimm an. Er führt ein
Einsiedlerleben mitten im Urwald in einer jämmerlichen Hütte, ganz
mühselig allein, schmutzig und abgerissen."


Er diente in der Gemeinde Iglesia Evangelica del Rio de la Plata in Hohenau im Department Itapúa[2] und betreute in den Orten Jesús und Trinidad[17] ausgewanderte Familien aus Jaworze (Ernsdorf) und Tutschin.[8]

Im September 1941 starb Pastor Rusnok alleinstehend im Alter von 74 Jahren in Santa Maria.[2][18]

Anmerkungen und Quellen

  1. a b Kirchenbuch ev. Bystritz (Bystřice nad Olší) 1867 Geburten, Nr. 60: Georg Rusnok * 9.3.1867 ~ 17.3.1867 in Oldrzychowic 111, Sohn von Paul Rusnok und Eva Liberda
  2. a b c Forumeintrag vom 10.9.2013 Osvaldo Javier Acosta Queirolo hat die Sterbeurkunde gefunden und die Gemeinde in Hohenau, Itapúa, Paraguay besucht.
  3. Kirchenbuch ev. Bystritz (Bystřice nad Olší) 1821 Geburten: Paul 11.1.1821 in Oldrzychowic 116, Sohn von Georg Rusnok und Marianna Stryja
  4. Kirchenbuch ev. Bystritz (Bystřice nad Olší) 1849 Heiraten: Paul Rusnok oo 13.2.1849 mit Eva Liberda
  5. Kirchenbuch ev. Bystritz (Bystřice nad Olší) 1827 Geburten: Eva 22.5.1827 in Oldrzychowic 52, Tochter von Johann Liberda und Susanna Sporysz
  6. a b c d KNEIFEL, Eduard Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Selbstverlag 1967, S. 157f
  7. a b HENNIG, Martin Die evangelisch-lutherische Kirche in Polnisch-Wolhynien: ihre Geschichte, die Form ihres Dienstes und die Äußerungen ihrer Frömmigkeit, Zentralkanzlei des Gustav-Adolf-Vereins, Leipzig 1933; S. 114ff
  8. a b c d CZYŻ, Bogusław, Emailkontakt im Juli 2012. Er plant eine Veröffentlichung über die Geschichte der Evangelischen Gemeinde in Skoczów (Skotschau).
  9. Protokollbuch der ev. Gemeinde Skoczów 1888-1920, S. 219 - hier: Protokoll vom 17.12.1911 - Nachdruck bei: CZYŻ, Bogusław Rocznik Katechetyczny 2012 Towarzystwo Katechetyczne „Jonasz”
  10. Protokollbuch ebenda, S. 225 - hier: Protokoll vom 11.2.1912; Bei der Wahl erhielt er 205 von 247 möglichen Stimmen.
  11. Protokollbuch ebenda, S. 227f - hier: Protokoll vom 29.2.1912
  12. SCHMIDT, Hugo Karl Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Wolhynien, Elwert Verlag Marburg 1992, S. 70ff
  13. SCHMIDT, Hugo Karl Die Übernahme der wolhynischen Lutheraner durch das Warschauer Konsistorium und seine Folgen, in Wolhynische Hefte Folge 5, S. 215 ff
  14. Heimatbote, Ausgabe 9/1982, S. 3f
  15. Artikel Zum Weggang des Pastors Georg Rusnok in: Friedensbote 1924, Nr. 6 vom 28.9.1924
  16. Artikel Ein Brief aus Paraguay in: Friedensbote 1926, Wolhynische Beilage, Nr. 6, S. 1
  17. MAZUREK, Jerzy Kraj a emigracja: ruch ludowy wobec wychodźstwa chłopskiego do krajów Ameryki Łacińskiej (do 1939 roku), Warschau 2006, S.108 - online bei books.google.com
  18. In der Sterbeurkunde wurde die Nationalität Österreich angegeben. Sein Tod wurde 1941 von Paul (Pablo) Rusnok, einem Landwirt mit tschechischer Herkunft und nicht verwandt mit Pastor Georg Rusnok, angegeben.



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