ALTHAUSEN, Ernst

Aus VolynWiki

Disambig gray90.JPG
Der Familienname ALTHAUSEN ist mehrfach genannt. Übersicht siehe Althausen (Familienname).
Pastor Ernst Althausen[1]
Signum Pastor Althausen

* 13.3.1862 in Kutuseki, Kaukasus / ord. 31.7.1888 (14.6.1888)[2]
† 22.3.1946 in Dallgow-Döberitz bei Berlin; Sohn vom Militärarzt und Judenmissionar ALTHAUSEN, Adolf Sigismund & THALROSE, Anna Katharina

oo 14.8.1888 in Dorpat mit GÖÖCK, Dagmar
* 24.5.1867 Kronstadt / † 29.4.1946 Dallgow
Tochter des Gymnasialdirektors GÖÖCK, Theodor und PILATZKY, Amalie Bertha Karoline[3]

Kinder: Elfriede, Wilhelm (Rufn. Willi), Martha, Margarete (Rufn. Gretel)[4][5], Eduard, Arthur (*1896), Viktor (*1897)[2], Theodor[6]

Zur Person

1872-1882 Gouvernements-Gymnasium in Mitau[7]
1882-1887 Theologie-Studium in Dorpat[3][8]
1887-1888 Probejahr als Vikar bei Pastor FINDEISEN in Petersburg[7]
Jan. - Juli 1888 Vikar bei Pastor KERM, Georg Friedrich in Roshischtsche[2]
31.7.1888 (14.06.1888[2]) Ordination in Rozyszcze, Wolhynien
1888-1902 ständiger Adjunkt in Tutschin, Adjunktur des Kirchspiels Shitomir
1902-1908 ständiger Adjunkt in Rowno, Adjunktur von Tutschin[9]

1908 verließ er Wolhynien in Richtung Ostpreußen
1908-1910 Mitarbeiter des Fürsorgevereins für deutsche Rückwanderer in Berlin
1910-1921 Pastor in Raschkow bei Ostrowo, Prov. Posen und während der Kriegszeit an der Fürsorge für Kriegsgefangene beteiligt.[10]
1921 reiste er im Auftrage des Fürsorgevereins für deutsche Rückwanderer nach Nord-Amerika[10] und im gleichen Jahr übernahm er die Pastorenstelle im Heimkehrerlager Frankfurt/Oder.[2]
1924 Pfarrverweser Zechliner Hütte und Brüssow/Mark und Pfarrvertretung in Brüssow, Uckermark[2]
1925-1932 Pfarrer in Söllenthin, Prignitz, Brandenburg
1.4.1932 in den Ruhestand versetzt und zieht nach Dallgow-Döberitz bei Berlin.[3]

1940 Betreuer einer jüdisch christl. Gemeinde in Berlin
1941 vollzogene Judentaufe in Berlin
1942 Erteilung eines endgültigen Redeverbots[11]

Seit ca. 1910 gehörte Ernst Althausen zu den leitenden Mitarbeitern des Fürsorgevereins deutscher Rückwanderer mit Sitz in Berlin.[12] Aus einer Anzeige des Vereins aus dem Jahr 1921:


Der Verein ist gegründet 1908. Er steht den über 100.000 deutschen Wolhyniern, die seitdem
in deutsche Lande gekommen sind, mit Rat und Tat bei. Er besorgt den Flüchtlingen Unterkunfts-
stellen, bringt die Kranken, Alten und Kinder in entsprechende Anstalten. In Königsberg,
Breslau, Stettin, Kiel und andern Orten hat er Zweigstellen. 


In diesem Verein arbeitete Ernst Althausen eng mit Pfarrer Adolf Eichler zusammen.[13]

Publikationen

  • ALTHAUSEN, Ernst Reisebeschreibung aus Wolhynien und Canada - Tagebuchblätter; Deutsche Buchhandlung, Winnipeg, Man., Kanada, 1921
  • ALTHAUSEN, Ernst Zersplitterung oder Verbindung? Bilder aus dem Leben der Deutschen in Canada und Wolhynien, Berlin 1922
  • ALTHAUSEN, Ernst Lebenserinnerungen aus Wolhynien, der Provinz Posen und aus Deutschland. Besuchsreise 1928 nach Rowno und Tutschin; in Wolhynische Hefte Folge 12, S. 33-52
  • ALTHAUSEN, Wilhelm Aus den Erinnerungen seines Vaters; in Wolhynische Hefte Folge 13, S. 50-55

Anmerkungen und Quellen

  1. Abbildung in Wolhynischer Volkskalender für das Jahr 1938, S. 115
  2. a b c d e f ALTHAUSEN, Ernst Auszug aus der Chronik der Familie Althausen 1939 in Wolhynische Hefte Folge 12, S. 33ff
  3. a b c AMBURGER, Erik Die Pastoren der evangelischen Kirchen Rußlands, vom Ende des 16. Jahrhunderts bis 1937, ein biographisches Lexikon; Institut & Verlag Nordostdeutsches Kulturwerk Lüneburg, Martin-Luther-Verlag Erlangen, 1998; ISBN 3-922296-82-3; S. 248f
  4. KNEIFEL, Eduard Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Selbstverlag 1967, S. 209
  5. OEBIUS, Elfriede Mein Vater war Reisepastor in Wolhynien in Wolhynische Hefte Folge 10, S. 44-57
  6. ALTHAUSEN, Ernst Zersplitterung oder Verbindung? Bilder aus dem Leben der Deutschen in Canada und Wolhynien, Selbstverlag des Fürsorge-Vereins für Deutsche Rückwandrer, Berlin W 35, Schöneberger Ufer 21, erschienen 1922 - digitalisiert Simon Fraser University in British Columbia; S. 21
  7. a b SEEBERG, D. A. Album des Theologischen Vereins zu Dorpat, hrsg. vom Theologischen Verein, Dorpat-Jurjew 1905, S. 94f; Online-Bibliothek der Universität von Tartu
  8. HENNIG, Martin Die evangelisch-lutherische Kirche in Polnisch-Wolhynien: ihre Geschichte, die Form ihres Dienstes und die Äußerungen ihrer Frömmigkeit, Zentralkanzlei des Gustav-Adolf-Vereins, Leipzig 1933; S. 114ff; Anmerkung: lt. Hennig Studium bis 1886
  9. SCHMIDT, Hugo Karl Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Wolhynien, Elwert Verlag Marburg 1992, S. 70ff
  10. a b HIRSCHHAUSEN, Th. u.a. Nachtrag zum Album des Theologischen Vereins zu Dorpat, herausgegeben vom Theologischen Verein, Dorpat 1929, S. 48; Online-Bibliothek der Universität von Tartu
  11. RÖHM, Eberhard und THIERFELDER, Jörg - Auszüge aus Juden, Christen, Deutsche 1933-1945 in Wolhynische Hefte Folge 12, S. 53-54
  12. ARNDT, Nikolaus Motive zur Verbannung der Wolhyniendeutschen im ersten Weltkrieg in Wolhynische Hefte Folge 4, S. 191
  13. Beschlagnahmter Archiv-Nachlass von Adolf Eichler; in Jahrbuch Weichsel-Warthe 2004, Seiten 144-145



VolynWiki: Startseite / Persönlichkeiten / A