KLEINDIENST, Alfred Rudolf

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Der Familienname KLEINDIENST ist mehrfach genannt. Übersicht siehe Kleindienst (Familienname).


Pastor Alfred Rudolf Kleindienst
Signum Pastor Kleindienst

* 4.11./16.11.1893 Luzk / ord. 17.4.1918 Moskau / † 23.11.1978 Augsburg
Sohn des Tischlermeisters Leopold KLEINDIENST und Ottilie Ida HÄUSLER[1][2]
oo 29.11.1921 Posttal, Bessarabien mit Marie HOFFMANN * 26.2.1894 St. Petersburg / † 21.4.1969 Augsburg; Tochter von Heinrich Wilhelm HOFFMANN und Marie Emilie LEIDLOFF[3]

Zur Person

Gymnasium in Luzk[3]
1912-1916 Theologie-Studium in Dorpat[4][5]
1917 Vertretung in Carskoe Selo; 17.4.1918 Ordination in Moskau[3]
1918-1921 Pastor in Galka/Ust-Kulalinka, Gouv. Saratov.[6][5]

1921–Okt.1938 ev.-luth. Pastor im Kirchspiel Luzk;[5]
Adresse: Łuck, Karaimska 20[7], ab 1922[3][8]
3.4.1927 Mitherausgeber der Erstausgabe des Wolhynischen Boten[9]
1935 zum Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Pastoren innerhalb der Ev.-Augsb. Kirche in Polen gewählt.[7]
1936 Dr. theol. h.c. in Breslau.
1937 für Kandidatur zum Seniorenamt nicht zugelassen. Die polnischen Behörden und das Konsistorium in Warschau leiten weitere Maßnahmen ein, um die führende Rolle von Kleindienst in der deutschen Pastorenschaft zu unterbinden.[7][10]
1938 Vorsitzender der Deutschen Volksvertretung Wolhynien mit Sitz in Łuck, Karaimska 20[11][12][13] und im gleichen Jahr Aberkennung der polnischen Staatsangehörigkeit, Amtsenthebung, Predigt- und Amtsverbot für den Bereich Luzk.[7]
1938-1939 als Schriftsteller in Warschau unterwegs.
1939 Aufenthaltsverbot für Wolhynien.[7]
1939-1945 Oberkonsistorialrat in Litzmannstadt/Łodź.[5]

Im November 1946 von den Amerikanern an Polen ausgeliefert und in polnischer Haft. Am 21.5.1948 in Łodź freigesprochen und Ende Oktober Rückkehr zu seiner Familie nach Rothenburg a.d. Tauber.[14]

1949-1959 zweiter Pfarrer in Augsburg St. Anna und Ruhestand.[5]

Publikationen

Anmerkungen und Quellen

  1. KNEIFEL, Eduard Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Selbstverlag 1967, S. 110f
  2. Ev.-luth. Kirchenbuch Rozyszcze 1886 Heiraten, Eintrag 218 (Film 2380027)
  3. a b c d AMBURGER, Erik Die Pastoren der evangelischen Kirchen Rußlands, vom Ende des 16. Jahrhunderts bis 1937, ein biographisches Lexikon; Institut & Verlag Nordostdeutsches Kulturwerk Lüneburg, Martin-Luther-Verlag Erlangen, 1998; ISBN 3-922296-82-3; S. 380
  4. HENNIG, Martin Die evangelisch-lutherische Kirche in Polnisch-Wolhynien: ihre Geschichte, die Form ihres Dienstes und die Äußerungen ihrer Frömmigkeit, Zentralkanzlei des Gustav-Adolf-Vereins, Leipzig 1933; S. 114ff
  5. a b c d e Heimatbote, Ausgabe 1/1979, S. 13
  6. GIESBRECHT, Waldemar Die Verbannung der Wolhyniendeutschen im I. Weltkrieg (3. Teil), in Wolhynische Hefte Folge 5, S. 34 ff
  7. a b c d e SCHMIDT, Hugo Karl Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Wolhynien, Elwert Verlag Marburg 1992
  8. Personal-Verzeichnis der Wolhynischen Diözese, in Wolhynischer Volkskalender für das Jahr 1938, S. 158
  9. TROZIUK, Taisja Dr. West-Wolhynien im Spiegel seiner deutschen Presse der Zwischenkriegszeit, in Wolhynische Hefte Folge 10, S. 70
  10. SCHMIDT, Hugo Karl Die Übernahme der wolhynischen Lutheraner durch das Warschauer Konsistorium und seine Folgen, in Wolhynische Hefte Folge 5, S. 215 ff
  11. Vereine und Vertretungen, in Wolhynischer Volkskalender für das Jahr 1938, S. 157f
  12. Personal-Verzeichnis der Wolhynischen Diözese, in Wolhynischer Volkskalender für das Jahr 1938, S. 158
  13. JAHNS, Arnold Vereine und Vertretungen sowie andere gesellschaftliche Einrichtungen der deutschen Volksgruppe in Wolhynien, in Wolhynische Hefte Folge 2, S. 15
  14. Pastor Gerhard RICHTER in Heimatbote, Ausgabe 3/1949, S. 4



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